Die Bürgerwanderung 2025 der Gemeinde Dierbach führte 50 interessierte Dierbacher ins Billigheimer Bruch und damit zu einem großen Naturschutzprojekt des Naturschutzverbands Südpfalz und seines hiesigen NVS-Ortsvereins. Die große Wandergruppe hatte nach ihrem Weg durch Acker- und Weinbergsfluren nun die breite Bachaue des Erlenbachs an der Stelle erreicht, wo am östlichen Rand des Mühlhofener Walds auch der Horbach mitsamt Steinfelsbach hinzustößt. Die offene Wiesenlandschaft mit den Weideflächen und Suhlen der Wasserbüffel, den Schilfbereichen, Gräben und nassen Senken ließ sofort den Eindruck eines wertvollen Lebensraums für Feuchtgebietsarten entstehen. Die Bedeutung für die Natur der Region hoben Dieter Zeiß und Kurt von Nida überzeugend hervor, beide vom Vorstand der NVS NaturStiftung Südpfalz, die hier 54 Hektar vom Flächeneigentum der Gemeinde Billigheim-Ingenheim gepachtet hat. Nachdem von Nida das Mosaik und die Attraktion der verschiedenen Lebensräume für Wasservögel, Watvögel, Bodenbrüter, Schilfbrüter, Amphibien und eine reiche Insektenwelt vorgestellt hatte, führte Zeiß die Entwicklung vom Niedermoor mit der späteren Nutzung der Torfvorkommen und der Sumpfwiesen bis zu deren Urbarmachung im Dritten Reich und nun wieder zu der aktuellen Biotopaufwertung vor Augen. Die Referenten konnten angesichts der Problematik der Klimaveränderung auch den Wert des Gebiets für den Hochwasserschutz und die Grundwasserneubildung betonen. Die öffentliche Hand, sprich die Kommune, habe mit der langfristigen Kooperation mit dem NVS nicht nur die Artenvielfalt als entscheidende Zukunftsaufgabe gefördert. Auch die Lösung der zweiten Problemstellung wäre hier angegangen worden. Die Dierbacher Gäste würdigten die Leistungen des NVS als fachkundige Gestalter und fleißige Betreuer mit vielen Arbeitseinsätzen im Jahresverlauf. Dies brachte in seinem Dank besonders Ortsbürgermeister Manfred Huckle zum Ausdruck. Auch ihm liegen in der Dierbacher Gemarkung eigene Aufwertungsprojekte am Herzen, die eine uralte Kulturlandschaft für das Überleben ihrer Bewohner braucht.



