– Wohnungsnot für Fledermäuse gelindert –
Letzte Woche war es soweit.. Hatten wir doch schon im Oktober das Fundament für die Fledermausstele fertiggestellt, so konnte letzten Mittwoch Christian Dietz, ausgewiesener Fledermausexperte seine selbst entwickelte Fledermausstele montieren.

Wolfram Blug hatte den Kontakt zu Christian hergestellt. Mit einem Zuschuß von 3.000€ aus LEADER Fördermitteln im Rücken, haben wir im Vorstand die Aufstellung der Stele beschlossen als weiteren Baustein für unse Projekt „Fledermausfreundliches Insheim“. Die Gesamtkosten betragen ca. 4.600€, inkl. ehrenamtlicher Tätigkeiten (wir berichteten in unserer WhatsAPP Gruppe).
„Fledermausfreundliches Insheim“ soll auch eines unserer Vorzeigeprojekte werden. Mit Meike Wagner und Wolfram Blug, als engagierten Experten an unserer Seite wird das auch was werden, so die einhellige Meinung unseres Vorstandssteams.
Mit dem
• Winterquartier im Zielzonengang auf der ehemaligen Schießanlage in Insheim,
• dem benachbarten Issle Grundstück, das wir durch eine extensive Beweidung offen halten wollen,
• etlichen „Fledermausbrettern“ (Tagesunterschlupfe für die Tiere), die wir in der Gemarkung Insheim schon aufgehängt haben, sowie
• Christians Fledermausstele, ist der Anfang gemacht.


Doch zurück zur Fledermausstele. Das Besondere an ihr ist in Kurzform gesagt: Viele Nischen auf kleinstem Raum.
Christian Dietz konnte in einer solchen Stele 900 (!) Mückenfledermäuse nachweisen. Dies mag ein Hinweis auf die „Nischenknappheit“ sein, die hohe Anzahl an Tieren ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass die „Mücken“, wie sie im Fachjargon genannt werden, sehr gesellige Tiere sind. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, mehrere Tiere zusammen in einer Nische anzutreffen.
Wie gesagt, Christian hat dieses „Raumwunder“ selbst entwickelt und durchdacht. Er stellt sie auch selbst her und kann sie theoretisch auch selbst vor Ort montieren; in Insheim hatte er aber Unterstützung von 1-2 Helfern unsererseits.

Neben einigen Fertigelementen, die aussen befestigt sind, wird der Korpus aus sägerauhen Brettern und verwitterten (bis der Zementschleier rausgewaschen ist) Heraklithplatten gebaut. Auch Holzbeton kommt zum Einsatz, ein witterungsbeständiges Material, das insbesondere für das Mikroklima der Nischen ein geeigneter Baustoff ist. Dessen Herstellung stellt eine Herausforderung beim Bau dar; muß doch der Feuchtegehalt der verwendeten Holschnitzel genau passen, damit der Holzbeton nicht zu trocken ist und bricht, oder zu feucht ist und die Holzschnitzel zusammenklumpen, so Christian. Die Stele bietet neben optimalen Temperaturbedingungen und Prädatorensicherheit durch verschiedene Maßnahmen ein sehr dauerhaftes Quartier an.
Mit einem Flaschenzug wurde dann die Stele, nach der Fertigmontage am Boden in die Senkrechte gestellt, zum Richtfest gab es selbstgemachten Apfelsaft aus der Pulle.
Wie es mit unserem Projekt „Fledermausfreundliches Insheim“ weitergeht ………, demnächst mehr
Im Namen des Vorstandes
Kurt Garrecht


